European League of Football
Pressemitteilung vom 06.08.2025
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Co-CEO Ingo Schiller: „Es ist unser großes Ziel, die ELF zu stabilisieren sowie nachhaltig und zukunftssicher aufzustellen“

Herr Schiller, was war Ihr erster Gedanke, als sich die Gesellschafter der ELF bei Ihnen meldeten und Sie fragten, ob Sie eine führende Rolle in der Liga übernehmen wollen.
Zunächst war ich neugierig und dann sehr schnell begeistert. Was die Gründer Zeljko Karajica und Patrick Esume in nur fünf Jahren mit ihrem Team auf die Beine gestellt haben, ist wirklich beeindruckend. Eine kontinentale Liga mit 16 Franchises aus neun Ländern, mit starken Partnern, einer weltweiten TV-Distribution und einer wachsenden Fanbase. Das hat enormes Potenzial und für mich ist es eine ebenso spannende wie reizvolle Aufgabe, Verantwortung bei der ELF zu übernehmen und meine Expertise einzubringen.

Die Liga ist jung, wächst schnell. Das birgt auch Risiken, ruft Kritik hervor. Wie bewerten Sie das?
Es ist unser großes Ziel, die ELF zu stabilisieren sowie nachhaltig und zukunftssicher aufzustellen. Das ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Dass es an der einen oder anderen Stelle knirscht, ist in einer so jungen Organisation völlig normal. Wichtig ist, dass man die Dinge offen anspricht, gemeinsam an Lösungen arbeitet und langfristig stabile Strukturen aufbaut. Die Grundlagen sind gelegt und jetzt geht es darum, sie klug und gemeinschaftlich weiterzuentwickeln. Ich gehe offen und völlig unvoreingenommen an die Aufgaben heran.

Was steht für Sie jetzt ganz oben auf der Agenda?
Für mich ist klar: Bevor man gestaltet, muss man verstehen. Deshalb werde ich in den kommenden Wochen vor allem viele Gespräche führen, sowohl intern als auch mit den Protagonisten der Franchises. Ich werde in erster Linie zuhören, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was an den einzelnen Standorten schon gut funktioniert und wo es noch hakt. Jede Franchise hat ihre eigene Realität, das kenne ich gut aus meiner Zeit im Aufsichtsrat der Deutschen Fußball-Liga mit 36 Klubs, die alle unterschiedliche Anforderungen stellen und gehört werden wollen. Ich freue mich auf den Austausch.

Was hat Sie nach mehr als 30 Jahren im Profifußball dazu bewogen, die Sportart zu wechseln, was begeistert Sie an American Football?
Natürlich bleibt Fußball für mich immer ein großer Teil meines beruflichen Lebens. Aber für mich stellte sich die Frage: Wo kann ich meine Erfahrung noch einmal sinnvoll einbringen, um wirklich etwas zu bewegen? Und grundsätzlich ist es ratsam, die eigene Komfortzone zu verlassen und sich einer neuen Herausforderung zu stellen. American Football fasziniert mich durch seine strategische Tiefe und seine Vielseitigkeit. Der Sport ist einerseits wuchtig, auf der anderen Seite aber auch wie Schach auf dem Rasen. Das ist eine enorm spannende Mischung.

Werden Sie sich auch vor Ort ein Bild machen?
Absolut. Ich werde die verbleibenden Spieltage nutzen, um möglichst viele Teams zu besuchen und hautnah zu erleben, wie diese Liga funktioniert. Ich glaube, dass persönlicher Kontakt extrem wichtig ist, gerade in dieser Phase des Wachstums. Nur wer vor Ort war, kann verstehen, welche Herausforderungen es gibt und auch, wo der Geist entsteht, der die ELF ausmacht.

Wie würden Sie Ihren eigenen Führungsstil beschreiben?
Zuhören, strukturieren, Entscheidungen treffen. Ich bin keiner, der laut auftritt, aber jemand, der Verantwortung übernimmt und entschlossen anpackt. Ich freue mich auf konstruktive, aber sicherlich auch kontroverse Diskussionen, auf neue Perspektiven. Gelingt es uns, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen, dann hat die ELF hat eine große Zukunft vor sich. Ich freue mich darüber, meinen Teil dazu beitragen zu dürfen.


Foto: ELF/Sascha Klahn